Viele Paare leiden heute unter ungewollter Kinderlosigkeit. Stellt sich die Schwangerschaft auf natürlichem Wege nach 12 Monaten nicht ein, liegen die Erwartungen für eine erfolgreiche Empfängnis nur noch bei 50 Prozent, nach vier Jahren sogar nur noch bei 5 Prozent.
So ist es sinnvoll, bereits nach dieser
Zeit eine Spezialklinik für Kinderwunsch- behandlungen aufzusuchen, um sich umfassend untersuchen und über Methoden der medizinischen Unter- stützung beraten zu lassen. Je nach Ursache der Unfruchtbarkeit können dann verschiedene Verfahren angewendet werden, die betroffenen Paaren den Wunsch vom eigenen Kind zu erfüllen können. Sieben von zehn Paaren kann so heute geholfen werden.
Oft liegen die Gründe für einen unerfüllten Kinderwunsch zu je 50 % bei Männern und Frauen. Bei Männern sind oftmals die Anzahl oder Qualität der Spermien das Problem. Bei Frauen können Störungen in der Eizellreifung, Hormone, Funktion der Eileiter oder der Gebärmutter zugrunde liegen. In umfassenden Untersuchungen lassen sich die Gründe meist finden.
Hormonstörungen lassen sich relativ einfach durch die Gabe von speziellen Präparaten regeln. Dabei steuern Medikamente in erster Linie die Funktion des Eierstocks und damit auch den Ablauf des weiblichen Zyklus. Manchmal kann allein durch diese Therapie eine natürliche Schwangerschaft eintreten. Gelingt das nicht, legt die Hormontherapie den Grundstein für die verschiedenen Verfahren der assistierten Befruchtung (Insemination). Je nach medizinischer Indikation beträgt die Erfolgsaussicht 10 bis 15 Prozent pro Zyklus. Führt das besonders nebenwirkungsarme Verfahren nach vier- bis sechsmaliger Anwendung nicht zum Erfolg, bestehen nur noch geringe Chancen.
Dagegen sind die Erfolgsaussichten für eine erfolgreiche Empfängnis bei der Befruchtung außerhalb des Körpers deutlich höher. Zum Einsatz kommt die Methode, wenn der Mann nicht genügend, vor allem aber unbewegliche Spermien bildet oder bei der Frau eine Störung der Eileiterfunktion vorliegt. Durch die Gabe von Hormonpräparaten werden bei der Frau im Idealfall mehrere Eizellen zur Reifung gebracht. In einer kurzen OP werden diese entnommen und im Labor mit den Samenzellen zusammen gebracht.
Von ICSI, also der Intrazytoplasmatischen Spermieninjektion, sprechen Experten, wenn sie den Vorgang der Befruchtung durch die direkte Injektion der Samen in die Eizellen erleichtern. Das ist sinnvoll, wenn die Beweglichkeit der Spermien stark eingeschränkt ist, oder Samenzellen durch eine TESE gewinnen wurden.
Zur Erhöhung der Erfolgschancen einer künstlichen Befruchtung werden meist zwei, maximal drei Embryonen in die Gebärmutter transferiert, dies ist verbunden mit erhöhter Gefahr von Zwillings- und Drillingsgeburten. Vorteil der In-vitro-Fertilisation laut Statistik: Nach vier Behandlungszyklen sind 70 Prozent der Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch schwanger.







